DVD: “Bilder im Kopf – Klischees, Vorurteile, kulturelle Konflikte”

40,00 

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Beschreibung

1 DVD – 6 Filme

 

1 – Hiyab – Das Kopftuch

Fatima ist Muslima und neu an der Schule. Ihre Lehrerin möchte unbedingt, dass sie Ihr Kopftuch abnimmt, bevor sie in die Klasse geht. Doch Fatima widersetzt sich zunächst ihrer Lehrerin und die beiden versuchen einander mit Argumenten zu überzeugen, bis Fatima widerwillig ihre Kopfbedeckung abnimmt und in die Klasse geht. Dort stellt sie der Lehrer als neue Mitschülerin vor mit der Einladung an alle, sie fair zu behandeln. Fatima schaut in die Klasse und bemerkt plötzlich, dass viele Schüler*innen Kopfbedeckungen tragen. Mit einem fragenden und verständnislosen Blick Fatimas endet der Film.

Der Film bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte, um über die sehr unterschiedliche Bewertung von Kopftüchern, anderen Kopfbedeckungen bzw. Kleidung im allgemeinen, aber auch über religiöse Werte, kulturelle Normen oder Fragen der individuellen und kollektiven Identität nachzudenken.

 

2 – Elvis auf Besuch – When Elvis came to visit

In einem Außenbezirk von Stockholm kommt es zu einer Begegnung zwischen einem Schweden und einem Einwanderungskind. Der 30-jährige Lukas hat normalerweise mit Zuwandererfamilien, die in sein Heimatland Schweden kommen, nichts zu tun. Bis eines Tages der kleine Elvis vor ihm steht: Elvis’ Mutter, eine junge Migrantin, muss dringend ihren Vater im Krankenhaus besuchen. Sie kann ihren kleinen Sohn dorthin nicht mitnehmen. So läutet sie bei ihrem Nachbarn und bittet ihn, auf ihren Sohn kurz aufzupassen. Lukas, der schwedische Nachbar, lehnt jedoch kategorisch ab, mit dem Hinweis, dass er am Abend eine Verabredung habe. Elvis’ Mutter hört nicht auf Lukas, stellt Elvis vor ihn hin und eilt ganz schnell ins Krankenhaus, mit der Versicherung, dass sie rechtzeitig wieder zurück sein werde.

Als Lukas und Elvis langsam ins Gespräch über Tattoos und Presleys Gitarrenmusik kommen, bricht das Eis zwischen den beiden. Lukas erfährt, dass die Eltern von Elvis aus dem Iran kommen. Er heißt Elvis, weil sein Vater Elvis Presley verehrte, was jedoch in seinem Heimatland nicht erlaubt war. Deshalb flüchtete die Familie nach Europa.

Elvis sieht ein riesiges Hakenkreuz als Tattoo auf Lukas’ Rücken, als sich dieser für seine Verabredung umzieht. Da läutet es. Elvis’ Mutter ist vom Krankenhaus zurück und holt ihren Sohn ab. Sie bedankt sich bei Lukas, dieser verlässt seine Wohnung und trifft seinen Freund. Elvis sieht vom Fenster aus Lukas mit seinem Freund unten im Freien und winkt ihm zu. Dann sucht er in seinem Zimmer seine Abzieh-Tattoos, die er bald findet. Er nimmt sie, geht damit die Stiegen hinunter und wirft sie durch den Briefschlitz in Lukas’ Wohnung.

Mit subtilen filmischen Mitteln vermittelt der Film die Geschichte einer Begegnung von zwei ganz unterschiedlichen Menschen.

 

3 – Schnee in Marrakesch – Il neige à Marrakech

Mr. Bazzi ist 80 Jahre alt und lebt in Marrakesch. Er träumt davon, an seinem Lebensabend einmal in der Schweiz Skifahren zu können. Sein Sohn Karim lebt in Genf und versucht, für seinen Vater ein Visum zu erhalten. Aber obwohl sich sein Sohn mehrfach bemüht, wird ihnen kein Visum für die ersehnte Reise in die Schweiz ausgestellt. Karim hat Angst, dem altersschwachen Herrn die schlechte Botschaft zu überbringen.

Um den sehnlichsten Wunsch seines Vaters doch zu erfüllen, verfrachten Karim, seine Schwester und verbündete Freunde den mit einer massiven Dosis Schlafmittel außer Gefecht Gesetzten ins nahe einheimische Skigebiet Oukaimeden. Sie lassen ihn glauben, er befinde sich im schweizerischen Splügen, wo er einen unvergesslichen Tag verbringen dürfe. Mr. Bazzi ist misstrauisch. So zerbricht Karim dem Alten dann kurzerhand die Brille, um sein konstantes Gejammer über «keine Chalets, keine Föhren, keine Kühe» abzublocken. Sie gehen essen. Karims Freunde haben das Restaurant in Windeseile fast erfolgreich zum Chalet umdekoriert. Der alte Mann lässt sich nicht mit Steak und Pommes Frites abspeisen, sondern will ein Käsefondue, das er dann auch bekommt.

Mr. Bazzi ist glücklich. Erst recht als eine Skischönheit mit ihm für ein Erinnerungsfoto posiert. Und natürlich ist der Alte nur halb so naiv, wie der Sohn vermutet. Jede Notlüge des Sohns nimmt er zum Anlass, um forsch weitere Begehrlichkeiten zu äußern.

Die Komödie setzt sich unverkrampft mit Klischees und Vorurteilen auseinander.

 

4 – Parallelen

Eigentlich passiert gar nicht viel. In einem Park sitzen sich zwei einsame Männer gegenüber: ein älterer Herr mit Hund und ein schwarzhaariger junger Mann, die sich beide misstrauisch beobachten.

In ihrer Phantasie verwandelt sich das Gegenüber zur Bedrohung – aus dem alten Mann wird ein latent aggressiver deutscher Herrenmensch, der seinen Schäferhund auf den jungen Mann hetzen möchte. Der ältere wiederum sieht in seinem Gegenüber einen bedrohlichen, ja gewalttätigen Fremden, der den Hals seiner Bierflasche abschlägt und sich auf ihn stürzt…

Ohne jeden Dialog stellt der Film eine Welt der Projektionen einer realen Welt gegenüber. Durch seine Kürze und den offenen Schluss bietet sich der Film gut als Anspielmedium für ganz unterschiedliche Gruppen und Themen an.

 

5 – Trièko – Das T-Shirt

Marc Pollack ist halb Amerikaner, halb Slowake. In seinem Auto mit texanischem Kennzeichen sehen wir ein Schild angebracht «God bless America», am Rückspiegel baumelt ein Kreuzchen. Bei seiner Reise durch die Slowakei hält er in einer einsamen Gegend an, um in dem einzig sichtbaren Geschäft einzukaufen. Da lernt er den Verkäufer Tomás Dubcek kennen, der unter einer amerikanischen Flagge an der Kasse steht. Unter einer Weste trägt er ein T-Shirt auf dem zu lesen ist: GOTT IST…
Ein zunächst positiver Dialog über Amerika, Slowakei, Baseball und Pollacks Grund seiner Reise beginnt. Als Pollack mitteilt, dass ihm Dubceks T-Shirt gefällt, freut sich dieser und zeigt ihm vor Freude seine ganze T-Shirt-«Pracht»: GOTT IST TOT. NIETZSCHE.
Ein Streit entbrennt, Vorurteile, Beschimpfungen, Klischees treiben diesen bis zur gewalttätigen Eskalation, die damit endet, dass Marc Pollak den Verkäufer Tomás¢ mit einer Waffe bedroht, worauf dieser ihn mit einem Baseballschläger niederschlägt. In der Schlussszene des Films kommt die Rückseite des T-Shirts ins Bild, auf der zu lesen ist: NEIN. NIETZSCHE IST TOT. GOTT.
Der Film bietet Anknüpfungspunkte für Diskussionen über Kommunikation, Konfliktregelung, Mediation, Eskalationsstufen, soziale Kompetenz.

 

6 – Noch Fragen?

„Woher sprechen Sie so gut Deutsch? Von wo kommen Sie? Was machen Sie hier?“
Die Taxifahrerin Jasmin hört diese Fragen ständig. In den Augen ihrer vielen unterschiedlichen Fahrgäste scheint sie nicht so auszusehen, als käme sie von hier, sie scheint nicht Deutsch auszusehen.
Doch allmählich hat sie es satt, die immer gleichen Fragen zu beantworten und das Gefühl zu haben, sich ständig für ihre Existenz rechtfertigen zu müssen. Deshalb setzt sie sich am Ende eines Arbeitstages auf ihre Weise zur Wehr: Sie stellt ihr Taxi auf einer Verkehrsinsel ab, legt eine Audiokassette in den Recorder ein und steigt aus, um eine Zigarette zu rauchen. Das Tonband beantwortet dem erstaunten Fahrgast nun alle Fragen über die in Berlin geborene aber weit gereiste Frau, berichtet über ihr Studium, ihre Hobbys und was man sonst vielleicht noch über sie wissen wollte.
Das unerwartete Ende gibt Anlass zu Diskussionen über Anders-Sein, Ausgrenzung, Normen und auch über unsere alltägliche Gesprächskultur. Kurz und prägnant, spannend und anregend, mit einem überraschenden Schluss.

 

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